Kleines Cannabis 1×1

Trotz seiner Illegalität in Deutschland und den meisten Europäischen Ländern, wird der Anbau von Cannabis immer populärer, weil man damit die organisierte Kriminalität umgehen kann. Damit stellt sich für die meisten, die zum ersten Mal anbauen möchten die Frage: Wo anfangen?

Sicherlich sollte man anfangs nicht allzu viel Geld und Zeit investieren. Warum? Schlichtweg, um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte doch etwas schief gehen beim Gärtnern. Auch wenn die Cannabispflanze aus vielen guten Gründen Weed (Unkraut – ein robustes, kräftiges Kraut, dass einige Menschen lieber nicht in ihrem Garten haben) genannt wird, bedarf es etwas Wissen, Vorbereitung und Umsicht, um sicherzustellen, dass alles, was Hanfsamen zum Wachsen und Gedeihen brauchen, um ausgewachsene Cannabispflanzen zu werden gewährleistet ist.

Vorbereitung ist alles. Dazu gehört, dass man sich Gedanken darüber macht, was man anbauen möchte und wie die individuellen Anbaubedingungen aussehen.

Regulär, Feminisiert oder Selbstblühend?

Ob reguläre oder feminisierte Hanfsamen einfacher anzubauen sind, wird immer wieder gern debattiert. Bevor man selbst diese Entscheidung trifft, ist es praktisch, den Unterschied zu kennen.

Männliche PflanzeReguläre Hanfsamen werden aus männlichen und weiblichen Eltern gezüchtet und erzeugen männliche und weibliche Pflanzen. Am einfachsten ist ein, ein Verhältnis von 50:50 anzunehmen, auch wenn in der Praxis das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Samen 35:65 ist. Cannabis verbreitet seine Pollen über die Luft und braucht aus diesem Grund weniger männliche als weibliche Pflanzen. Ist ein Grower an Buds interessiert, sollte er zu Beginn der Blüte die männlichen Pflanzen entfernen, da diese sonst die weiblichen bestäuben, was dazu führt, dass neue Samen und nicht Blüten, die später getrocknet und geraucht werden können, erzeugt werden.

Feminisierte Hanfsamen wiederum sind so gezüchtet, dass sie garWeibliche Pflanzekeine männlichen Chromosomen enthalten, d. h., dass alle Pflanzen, die von feminisierten Samen angebaut werden als weibliche Pflanzenblühen und harzreiche Buds produzieren.

Selbstblühende (Autoflowering) Samen hingegen bieten dem Grower eine lohnende Cannabisernte, ohne männliche Pflanzen entfernen und Lichtzyklen (Photoperioden) beachten zu müssen.

Zur Vorbereitung gehört aber auch, die richtige Genetik für den ersten Grow auszuwählen. Aus diesem Grund nachstehend eine kleine Einführung in die drei Cannabisfamilien.

Cannabisgenetik

Die Genetik der Sativas und Indicas sind beide von der Photoperiode abhängig, um Blüten zu bilden, während die Ruderalis-Familie nur dann mit dem Blühen anfangen wird, wenn sie die sexuelle Reife erlangt hat. Werfen wir also einen genaueren Blick auf die Charakteristiken der einzelnen Gattungen:

Cannabis Ruderalis kommt aus den nördlichen Regionen Russlands. Seit Jahrhunderten wird es als Quelle für Fasern gebraucht. Der originale Cultivar produzierte eigentlich gar nicht so viele Cannabinoide, allerdings haben moderne Kreuzungsversuche mit Indicas oder Sativasdazu geführt, dass ein potenteres Cannabis entstand. Außerdem beendet Cannabis Ruderalis seinen Wachstumszyklus innerhalb von acht bis zehn Wochen und wächst zu einer überschaubaren Größe heran, was sie zu einer idealen Pflanze für Indoor Growing und Anfänger macht.

Mexicanische SativaCannabis Sativa ist die tropische “Cousine”, die in einer beinahe entgegengesetzten Umgebung wächst. Dies könnte die Zusammenstellung der Cannabinoide erklären, welche einen viel höheren THC-Gehalt im Vergleich zu CBD hat. Als Ergebnis ganzjähriger hoher Temperaturen und Luftfeuchtigkeit wachsen Sativas höher hinaus. Die dünnen Pflanzen können die Hitze besser abschotten und verdampfen. Es sollte erwähnt werden, dass Sativas wegen der geringen Veränderungen in der Photoperiode Monate brauchen können, um volle Reife zu erreichen. Sativa-Sorten können in Innenräumen angebaut werden, setzen aber minimale Erfahrungen voraus.

Es dauert normalerweise zwischen 9 und 12 Wochen, bis Sativas ausgeblüht sind. Sie benötigen vor ihrer Blüte allerdings eine viel kürzere Vegetationszeit. Trotz ihres geringeren Gewichts und ihrer potenziell längeren Blütezeit werden Sativas wegen ihres “High”-Effekts besonders geschätzt. Typisch für dieses High ist die Wirkung auf das Gehirn. Es vermittelt Energie, macht kreativ, lustig oder verursacht sogar psychedelische Erlebnisse.

Und zu guter Letzt Cannabis Indica, die aus den Bergen rund um den Himalaya kommt und quer durch Indien, Pakistan und Afghanistan wächst, wo sie seit Jahrhunderten als Haschisch-Cultivar genutzt wird. MAPLE-LEAF-INDICADa Höhenlagen Einfluss auf die Produktion von essentiellen Ölen haben, bringen Indica-Pflanzen eine Menge Trichomen mit hohem THC- und CBD-Gehalt ein. Irgendwann hat das stätig wechselnde Gebirgsklima Indicas in kleine, aber robuste Pflanzen verwandelt, die in Abhängigkeit von der Photoperiode schnell blühen und reich an psychoaktiven Cannabinoiden sind. Diese Charakteristiken machen sie ideal für Indoor Growing und für Anfänger.

Indicas sind die schneller blühenden Sorten. Ihre Blütezeit dauert für gewöhnlich 6 bis 9 Wochen. Sie neigen nicht dazu, schnell in die Höhe zu schießen, wenn ihre Blütezeit begonnen hat. Gegen Ende der Blüte erreicht eine Indica voraussichtlich zwischen 50 und 100 % ihrer Vegetationshöhe. Die Wirkung wird im Allgemeinen als “Stone” klassifiziert, was bedeutet, dass sie überwiegend körperlich spürbar ist. So können Sinneseindrücke wie Geschmack, Berührungen und Geräusche stärker erlebt werden. Hinzu kommt ein geistig und körperlich entspannender Effekt.

Die wohl bekanntesten Cannabinoide

Die speziellen Eigenschaften von Cannabis sind von einer Gruppe von Substanzen abgeleitet, die insgesamt als Cannabinoide bekannt sind. Das menschliche Gehirn enthält mehr Rezeptoren für Cannabinoide als Rezeptoren anderer Art. Cannabinoid-Rezeptoren findet man auch in der Milz und im gesamten zentralen Nervensystem. Cannabis beinhaltet eine große Anzahl an verschiedenen Cannabinoiden, wovon bisher 85 isoliert werden konnten. Einige der Cannabinoide, die am bekanntesten und wegen ihrer psychoaktiven und/oder physiologischen Wirkung am gefragtesten sind, sind folgende:

THC (Tetrahydrocannabinol) ist es, das die Menschen „high“ macht. Es ist für einen energetischen „Gehirn-Buzz“ verantwortlich, das oft als zerebrales High bezeichnet wird. THC ist neben CBD und CBN die am meisten psychoaktive Komponente in Cannabis und das am weitgehendsten studierte Cannabinoid. Es ist immer wieder der THC-Gehalt in Cannabis, der kritisch beäugt und diskutiert wird und der schlussendlich dafür verantwortlich ist, dass Cannabis noch immer geachtet und verboten ist.

CBD (Cannabidiol) hat keinen direkten psychoaktiven Effekt, aber signifikante medizinische Wirkungen, vor allem als schmerzlindernder und entzündungshemmender Stoff. CBD mäßigt zudem die Effekte von THC, wie zum Beispiel die Reduzierung des Verlusts des Kurzzeitgedächtnisses und der Rückgang von Gefühlen wie Angst, die durchaus mit einem hohem THC-Gehalt in Cannabis assoziiert werden können.

CBN (Cannabinol) hat einen betäubenden Effekt. Es entsteht, wenn THC angebaut wird und ist vor allem in getrockneten Blüten und Haschisch zu finden.

CBC (Cannabichromene) ist ein Cannabinoid mit antiviralen und entzündungshemmenden Qualitäten.

Die Besonderheiten einer bestimmten Cannabissorte werden weitgehend von der Menge des enthaltenen THC und dem Verhältnis von THC zu CBD bestimmt. So enthält industrieller Hanf zum Beispiel keine psychoaktiven Eigenschaften. Er hat nicht nur einen sehr geringen THC-Gehalt von weniger als 0,5%, sondern auch eine CBD zu THC Ration von 5 zu 1 oder mehr.

Sativas haben einen höheren THC zu CBD Anteil als Indicas. Letztere wiederum neigen dazu, harzreicher zu sein und schneller zu reifen. Hybride (Kreuzungen) von Sativa und Indica übernehmen die Eigenschaften eines jeden Elternteils. Hybride können schneller wachsen und harzreicher sein als pure Sativas und dennoch einen besseren THC zu CBD Anteil haben als pure Indicas. Ausgewählte Zuchtprogramme haben dazu beigetragen, dass diese Hybride eine breite Auswahl an Sorten ergeben. Es gibt inzwischen tausende Beispiele im Cannabisspektrum, von Samen purer Indicas bis hin zu den besten Sativas.

Die vielleicht berühmteste genetische Linie ist der Klassiker Skunk, der ursprünglich in den USA aus einer Kombination einer Lateinamerikanischen Sativa und Afghanischen Indica gezüchtet wurde. Trotz ihres markanten Indica-ähnlichen Geruchs und Wachstums, ist die Genetik der Skunk hauptsächlich Sativa. Die modernere Hybride Super Skunk hingegen hat ein höheres Indica-Verhältnis in der Genetik.